Phnom Penh – Die Hauptstadt Kambodschas

Serwus 😉 Bin mittlerweile wieder daheim und hab mich recht gut eingelebt, aber hätte schon noch ein paar Monate ausgehalten 😉 den Blog will ich natürlich fertig schreiben, es geht also weiter in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Grundsätzlich ist Phnom Penh für mich so ziemlich die langweiligste Hauptstadt Südostasiens. Sie ist nicht besonders groß (1,5 Mio – 2012), verdammt heiß und die Sehenswürdigkeiten sind eher dürftig. SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC DCIM101GOPRO DCIM101GOPRO DCIM101GOPRO 2015-04-02 17.36.48 2015-04-02 17.42.25 2015-04-02 17.43.48 2015-04-02 17.51.20 2015-04-02 17.55.09 Aber eine Facette von Phnom Penh hat sich in mein Bewusstsein eingebrannt: Die Machtergreifung der Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot. Ich will jetzt niemanden mit Geschichte nerven aber diese Sache sollte man, meiner Meinung nach, schon wissen: 1975 wurde Phnom Penh bzw. Kambodscha von den Roten Khmer erobert und in folge dessen mussten schätzungsweise 3 der 8 Million Kambodschaner ihr Leben lassen. Hauptsächlich wurden intellektuelle exekutiert, da sie dem neuen Regime gefährlich werden konnten. Oftmals reichte es schon wenn man lesen oder eine Fremdsprache konnte. Lehrer, Wissenschaftler und sogar Brillenträger hatten ebenso schlechte Karten. Ziel der Roten Khmer war es einen kommunistischen Bauernstaat zu schaffen, Phnom Penh wurde fast komplett geräumt – nur noch ca. 20.000 Menschen (vorwiegend Parteifunktionäre) lebten nach der Machtergreifung in der Hauptstadt. Aber nun.. eins nach dem anderen 😉 Am ersten Tag besuchten wir den Russischen Markt – ein riesiges überdachtes Marktgelände ähnlich dem Chatuchak Market in Bangkok (nur nicht ganz so groß 😉 ) Dort bekommt man wirklich alles – leider spielten die Temperaturen nicht so ganz mit, es war eher als würde man in einem Umluftherd einkaufen wollen. Aber ein paar Souvenirs schafften es trotzdem in unsere Taschen. DCIM101GOPRO DCIM101GOPRO DCIM101GOPRO DCIM101GOPRO Am nächsten Tag mieteten wir uns ein Tuk-Tuk und fuhren zu den Killingfields in der Nähe von Phnom Penh. Es gab insgesamt über 300 in Kambodscha wo politisch motivierte Massentötungen durchgeführt wurden. In der Stätte nahe Phnom Penh wurden Schätzungen zufolge etwa 17.000 Menschen meist brutal getötet. Da Munition zu teuer war wurden die Menschen mit Knüppeln, Äxten und Eisenstangen totgeschlagen und mit Palmblättern wurden ihnen die Kehlen durchgeschnitten. SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC Babys und Kleinkinder wurden so oft gegen einen Baum geschleudert bis sie ebenfalls tot waren – das Ganze meist in Beisein der Familie. 2015-04-02 12.00.55 Die meisten Opfer stammen aus dem, in Phnom Penh gelegenen, Gefängnis Tuol-Sleng wo diese vorher verhört und gefoltert wurden um anschließend mit Lastwagen hierher gebracht zu werden. Mit der Zeit wurden mehr Menschen angeliefert als getötet werden konnten – diese wurden in einfachste Hütten gesperrt wo sie auf ihren Tod warteten. Viele Gräber sind immer noch ungeöffnet und durch starken Regen und Erosion kommen immer wieder Knochen- und Kleidungsstücke zum Vorschein, die von den Mitarbeitern regelmäßig eingesammelt werden. 2015-04-02 11.57.46 2015-04-02 12.09.30 2015-04-02 12.17.46 2015-04-02 12.29.34 Mithilfe eines Audioguides besucht man diese Stätte – inkludiert sind Berichte von Überlebenden, Angehörigen sowie Wärtern (meist wurden diese zu der Arbeit gezwungen) Im Anschluss fuhren wir mit dem Tuk-Tuk ins Foltergefängnis Tuol-Sleng welches in der Stadt Phnom Penh liegt. Dieser Gebäudekomplex wurde als Gymnasium gebaut, zur Zeit der Roten Khmer als Foltergefängnis genutzt und heute befindet sich ein Genozid Museum darin. 2015-04-02 14.54.10 2015-04-02 15.00.59 2015-04-02 15.03.20 2015-04-02 15.04.39 2015-04-02 15.20.14 2015-04-02 15.33.25 2015-04-02 15.40.30 2015-04-02 15.50.49 Zwischen 1975 und 1979 waren hier zwischen 14.000 und 20.000 Menschen inhaftiert. Damit diese nicht fliehen bzw. Selbstmord begehen konnten, wurden alle Gebäude in Stacheldraht gehüllt. Die Menschen wurden in den Klassenräumen gefangen gehalten und gefoltert. Wer die Folter überlebte wurde zu den Killingfields gebracht .. den Rest kennt ihr. Wer sich dafür interessiert – HIER ein Link zu Wikipedia. Dort wird alles genauer erklärt was da so geschah. Als das Regime gestürzt wurde fand man im Gefängnis noch 14 Überlebende von denen sieben weitere in der kommenden Woche noch verstarben. Von diesen Sieben leben heute noch drei Personen welche regelmäßig im Gefängnis anzutreffen sind. Als wir dort waren saß Chum Mey – einer der Überlebenden auf einem Sessel und verkaufte Bücher und sonstige „Souvenirs“. Er stand auch für Fragen zur Verfügung – auf das verzichteten wir aber. 2015-04-02 16.36.23 2015-04-02 16.03.35 Die abendliche Stimmung war natürlich ziemlich getrübt – viele traurige und bedrückende aber auch sehr interessante und lehrreiche Eindrücke. So.. dieser Beitrag wurde jetzt um einiges länger als geplant.. sorry! Der Rest von Kambodscha kommt noch .. aber wie anfangs schon geschrieben.. so viel ist das nicht mehr 😉 p.

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